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Kennenlernen

Über mich

Ilayda am Stehpult im Garten, das Mikrofon in der Hand, hinter ihr der weiße Traubogen
Ilayda mit der Redemappe am Springbrunnen der Trauungslocation

Ich bin Ilayda. Verheiratet, Mutter eines Sohnes — und ich weiß aus eigener Erfahrung, wie sich der Tag anfühlt, an dem man Ja sagt.

Seit 2019 bin ich Standesbeamtin. In dieser Zeit habe ich viele Paare getraut und dabei etwas gelernt, das man in keiner Ausbildung vermittelt bekommt: Es gibt keine zwei gleichen Geschichten. Zwei Menschen können denselben Satz sagen und etwas völlig Verschiedenes damit meinen. Genau darauf zu hören, ist meine Arbeit.

Am 10. Oktober 2020 habe ich im Rathaus Oedheim zum ersten Mal ein Paar getraut — als Standesbeamtin. Ich war aufgeregter als die beiden. Was mich seither nicht mehr losgelassen hat, ist der Moment nach dem letzten Satz — wenn es einen Augenblick still bleibt, weil alle spüren, dass gerade etwas Wahres gesagt wurde.

Wie ich arbeite

Ich schreibe keine Reden nach Schema. Ich frage euch aus, ich höre zu, und dann suche ich nach dem, was nur auf euch zutrifft. Die Details, an denen man euch erkennt: eine Angewohnheit, ein Satz, den ihr immer wieder sagt, der Tag, an dem einer von euch gemerkt hat, dass es diese Person ist und keine andere.

Ich mache das nicht mit Abstand. Ich lasse mich hineinfallen in eure Geschichte, und man merkt mir an, dass ich sie erzähle, weil sie mich berührt — nicht, weil ich dafür gebucht wurde. Das ist mein Beruf, aber es fühlt sich nie so an.

Zweisprachig

Ich spreche Türkisch und halte Trauungen auf Deutsch und Türkisch. Für viele Familien bedeutet das mehr als Übersetzung: Die Großmutter versteht, warum ihr Enkel weint. Der Vater hört die Worte in der Sprache, in der er selbst um seine Frau geworben hat. Wenn beide Seiten einer Familie dieselbe Zeremonie erleben, statt eine Hälfte nur dabeizusitzen, verändert das den ganzen Tag.

Warum ich das mache

Weil ich Menschen glücklich sehen will. Das klingt einfach, aber es ist der ganze Grund. Wenn eine Braut mitten in der Rede die Hand ihres Mannes fester nimmt, wenn im Publikum jemand lacht und im nächsten Moment die Augen wischt — dann weiß ich, dass ich getroffen habe, was zwischen euch ist.

Dafür stehe ich morgens auf. Dafür schreibe ich nächtelang an einer Rede, bis jeder Satz sitzt.

Die Trauung, die ich nie vergessen werde, war eine, die niemand so geplant hatte. Ein Mann lag im Sterben, und er wollte die Frau heiraten, mit der er sein Leben verbracht hatte. Wir haben die Zeremonie in seinem Zimmer gehalten.

Es war der schwerste Termin meines Lebens und zugleich der, der mir am deutlichsten gezeigt hat, warum ich das tue. Es ging nicht um Dekoration, nicht um den perfekten Tag. Es ging nur noch um zwei Menschen und darum, dass es gesagt wird, solange es gesagt werden kann.

Seitdem weiß ich: Eine Zeremonie ist kein Programmpunkt. Sie ist der Moment, in dem etwas ausgesprochen wird, das sonst vielleicht nie zur Sprache käme.

Lernen wir uns kennen

Ein erstes Gespräch kostet nichts und verpflichtet zu nichts.